BNA Pressemitteilung zur Aufhebung der Psittakoseverordnung

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Bundesgesetzblatt vom 16.10.2012
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Seit dem 17.10.2012 ist die Psittakoseverordnung aufgehoben. Wellensittiche brauchen ab jetzt nicht mehr beringt werden, jeder verantwortungsvolle Züchter sollte dies aber weiterhin tun. Jeder darf jetzt Wellensittiche Züchten. Es gibt aber einige Kommunen die zur Zeit noch eine ZG verlangen. Dies soll sich ändern wenn das Tierseuchengesetzt geändert wurde. Wann dies ist kann man noch nicht sagen. 

Die wichtigsten Fragen zum Thema "Zuchtgenehmigung"


Was ist eine Zuchtgenehmigung (ZG)?

Die amtliche Erlaubnis, in Deutschland Papageien und Sittiche zu züchten und mit ihnen zu handeln.


Wer bekommt eine ZG?

§ 17 g Tierseuchengesetz (TierSG) bestimmt, unter welchen Voraussetzungen die Zuchtgenehmigung erteilt wird:

(A) Wer Papageien oder Sittiche halten will, um 1. von diesen Tieren Nachkommen aufzuziehen oder 2. mit diesen Tieren zu handeln, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.

(B) Die Erlaubnis darf nur erteilt werden, wenn 1. die für die Tätigkeit verantwortliche Person die für die Bekämpfung der Psittakose erforderliche Zuverlässigkeit und Sachkunde hat und 2. die zur Bekämpfung der Psittakose erforderlichen Räumlichkeiten vorhanden sind.


Mindestalter:

Um eine ZG zu bekommen, muß man voll delikts- und geschäftsfähig sein. Das Mindestalter beträgt also 18 Jahre.


Welche Behörde ist zuständig?

Entweder das Veterinäramt oder das Ordnungsamt. Dort kann man einen formlosen schriftlichen Antrag auf Erteilung einer Zuchtgenehmigung stellen. Man teilt Dir dort auch mit, wieviel es kosten wird (dafür gibt's eine Gebührenordnung) und ob Du ein polizeiliches Führungszeugnis benötigst.


Erfülle ich die Voraussetzungen für eine ZG?

a) Zuverlässigkeit: Die Zuverlässigkeit weist man durch ein polizeiliches Führungszeugnis nach, das man gegen Gebühr beim Ordnungsamt bekommt.

b) Sachkunde: Meistens muß man eine mündliche oder schriftliche Prüfung zu den Themen Haltung, Ernährung, Zucht von Papageien und Sittichen sowie wichtigen Rechtsgrundlagen (Bundesseuchengesetz, Tierseuchengesetz, Tierschutzgesetz, Psittakose-Verordnung) ablegen.

c) Quarantäneraum: Der Amtstierarzt besichtigt Deine Zuchträume bzw. die Wohnung. Manchmal wird ein gefliestes Badezimmer akzeptiert, in anderen Gemeinden muß man unterschreiben, daß man im Fall eines Psittakose-Ausbruchs mit der Einschläferung des gesamten Bestandes einverstanden ist.


Wie lange und wo gilt die Zuchtgenehmigung?

Die ZG gilt nicht für immer, sondern kann jederzeit widerrufen werden. Außerdem gilt sie nur für genau die Adresse, für die sie beantragt worden ist, muß bei Umzug also neu beantragt werden.
Brauche ich auch eine Zuchtgenehmigung, wenn ich nur privat züchten und den Nachwuchs behalten will?
Ja, das wird durch die Psittakose-Verordnung geregelt, ist also gesetzlich vorgeschrieben:

§ 2 (1) Wer Papageien oder Sittiche halten will, um von diesen Tieren Nachkommen aufzuziehen (Züchter) oder mit diesen Tieren zu handeln (Händler), muß die Tiere kennzeichnen; dabei hat er Fußringe zu verwenden, die vom Zentralverband Zoologischer Fachgeschäfte Deutschlands e. V., Frankfurt a. M. (Zentralverband), abgegeben werden. Der Zentralverband darf Fußringe an Züchter und Händler nur abgeben, wenn eine Erlaubnis nach § 17g des Tierseuchengesetzes vorliegt und dies dem Zentralverband gegenüber nachgewiesen wird. Offene Fußringe müssen so beschaffen sein, daß sie nur einmal verwendet werden können.


Warum gibt es eine Beringungspflicht?

Um im Falle einer Psittakose-Erkrankung den Weg zurück zum Züchter verfolgen und die Krankheit auch dort behandeln zu können. Man kann darüber streiten, ob die ganzen Gesetze und Vorschriften heute noch zeitgemäß sind. In anderen Ländern wie Österreich und der Schweiz braucht man keine ZG und es gibt auch keine Beringungspflicht, trotzdem unterscheidet sich die Zahl der amtlich festgestellten Psittakosefälle kaum von denen in Deutschland.


Wo und wie bekomme ich die Fußringe?

Offene Ringe bekommst Du unter Vorlage der ZG (Original oder beglaubigte Kopie) beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF), Rheinstraße 35, 63225 Langen, Fon (06103) 9107-0, Fax: (06103) 9107-33, Email: ringstelle@zzf.de
Geschlossene Ringe mit Jahreszahl bekommt man nur, wenn man Mitglied in einer der großen Züchtervereinigungen (AZ, VZE, DKB, DSV) ist.


Was ist Psittakose?

Psittakose ist eine auf den Menschen übertragbare Erkrankung, die durch Chlamydien übertragen wird.
Weitere Info findet Ihr unter:
http://www.rechtliches.de/info_PsittakoseV.html

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Fußringe.
Anhand dieser kann bei einem Ausbruch der Papageienkrankheit (Psittakose) nachvollzogen werden, woher das Tier stammt.

Es gibt zwei Arten Fußringen: offene und geschlossene.

Die offenen Fußringe bekommt man unter Vorlage einer Kopie der ZG bei der ZZF (www.zzf.de) .

Die geschlossenen Fußringe kann man ebenfalls unter Vorlage einer Kopie der ZG bei der AZ ( www.azvogelzucht.de ) beantragen.
Der Vorteil der AZ Fußringe ist der, dass sie für jedens Jahr andersfarbig gekennzeichnet sind und dass auf Ihnen die Jahreszahl eingestanzt ist.

Die Küken können nur im Nestlingsalter mit den geschloßenen Ringen beringt werden. So ist immer nachvollziehbar, wie alt der Vogel ist und in welchem Jahr er geschlüpft ist.

Hier eine chronologische Auflistung der Ringfarben:

Blau = 1998

Gold = 1999

Grün = 2000

Rot = 2001

Schwarz = 2002

Blau = 2003

Gold = 2004

Grün = 2005

Rot = 2006

Schwarz = 2007

Blau = 2008

Lila = 2009 (ab 2009 wird Gold nicht mehr verwendet, stattdessen hat man die Farbe Lila genommen)

Grün = 2010

Rot = 2011

Schwarz = 2012

Blau = 2013

Lila = 2014

Grün = 2015