Spulwürmer

Symtome:
Fadenartiger Durchfall, Schwäche, Appetitlosigkeit, Aufplustern, Abmagerung, Blutarmut. Unbehandelt können im weiteren Verlauf gegebenenfalls zentralnervöse Störungen, ausgelöst durch giftige Stoffwechselprodukte der Spulwürmer, auftreten. Hochgradiger Befall kann einen Darmverschluß verursachen und daher bei Nichtbehandlung zum Tod führen.


Ursache:
Spulwürmer (Askariden, bei Sittichen die Art Ascaridia hermaphrodita), ca. 15-35 mm lange gelblichweiße Rundwürmer.

Die Entwicklung der Würmer verläuft direkt vom Ei bis zum geschlechtesreifen Wurm, ohne Zwischenwirte (Regenwürmer, Schnecken oder Insekten) wie bei anderen Parasitenarten. Allerdings dienen Regenwürmer oder Schnecken auch als Stapelwirte, über die Sittiche die Eier und Larven ebenfalls aufnehmen können. Weitere Überträger sind Wildvögel, in deren Kot sich die Eier befinden. Die Eier sind unter günstigen Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) bis zu einem Jahr außerhalb der Vögel lebensfähig. Trotzdem können nicht nur Vögel in Außenvolieren, sondern auch "Stubenvögel" betroffen sein (Aufenthalt auf Terasse oder Balkon, Ansteckung durch neue Vögel etc.).

Nach der Aufnahme der Eier schlüpfen die Larven im Dünndarm und bohren sich in der Schleimhaut fest. Hier entwickeln sie sich zu den ausgewachsenen Spulwürmern. Es kommt zu Verletzungen der Darmschleimhaut, zu Blutungen und zur Bildung von Geschwulsten. Die geschädigte Schleimhaut ist anfällig für Bakterien und Viren, so dass zusätzliche Infektionen enststehen können.


Diagnose:
Kotprobe, Nachweis der Eier im Kot.


Therapie:
Die Sittiche müssen zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden, der entsprechende Medikamente verabreichen kann.
Hier sei erwähnt: Bitte nicht mit PANACUR behandeln!!!
Die Behandlung muß je nach Medikament nach ein bis zwei Wochen wiederholt werden.
Es muß auf größtmöglichste Hygiene geachtet werden. Die Käfige/Volieren müssen gereinigt werden, um eine erneute Übertragung der Eier oder Laven zu verhindern. Unterstützend können Vitamine und Mineralien gegeben werden. Vorsichtshalber sollte der Kot aller Sittiche überprüft werden, auch wenn sie gesund erscheinen.
Vorbeugend sollte die Erde in Außenvolieren nach einem Befall ausgetauscht werden. Die Voliere sollte mit einem Dampfstrahlreiniger gereinigt werden. Auch Transportkäfige etc. kommen als Übertragungsquelle in Frage und sollten deshalb gut gereinigt und desinfiziert werden.

Der Kot der Sittiche in Außenvolieren sollte ein- bis zweimal pro Jahr auf Wurmeier untersucht werden.
Dies ist schonender für die Sittiche als eine vorbeugende Wurmkur.

Haarwürmer
auch Kapillariasies, Kapillanose - Haarwurmseuche



Symptome:
Schleimiger, teilweise fadenförmiger Durchfall, kotverschmutzes Gefieder um die Kloake, Apathie, Schwäche, Appetitlosigkeit, Aufplustern, Abmagerung, Blutarmut, Schluckbeschwerden, Tod bei Jungvögeln.


Ursache
Haarwürmer, dünne, farblose fadenähnliche ca. 1 - 5 cm lange Rundwürmer.

Ziervögel werden von zwei Arten der Haarwürmer befallen:

* Capillaria obsignata.
Die Eier entwickeln sich in warmfeuchter Umwelt innerhalb von 1 - 2 Wochen direkt zur Larve.

* Capillaria caudinflata.
Diese Art benötigt für die Larvenentwicklung einen Zwischenwirt (z. B. Regenwurm).

Die Eier sind unter günstigen Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) bis zu einem Jahr lebensfähig. Sie sind sehr widerstandsfähig, in Trockenheit sind sie zwar nur wenige Wochen lebensfähig, alles andere, auch Frost, schadet ihnen dagegen nicht.
Die Ansteckung erfolgt oral über kotverschmutztes Wasser und Futter.

Nach der Aufnahme der Eier schlüpfen die Larven im Dünndarm und Kropf und bohren sich in der Schleimhaut fest. Hier entwickeln sie sich zu den ausgewachsenen Haarwürmern. Bei massivem Befall kommt es zu Schleimhautschädigungen und -entzündungen.


Diagnose:
Kotprobe, Nachweis der typischen bipolaren Eier im Kot.


Therapie:
Die Sittiche müssen zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden, der entsprechende Medikamente verabreichen kann. Die Behandlung muß je nach Medikament nach ein bis zwei Wochen wiederholt werden. Vorsichtshalber sollte der Kot aller Sittiche überprüft werden, auch wenn sie gesund erscheinen.
Es muß auf größtmöglichste Hygiene geachtet werden. Die Käfige/Volieren müssen desinfiziert werden.
Unterstützend können Vitamine und Mineralien gegeben werden.
Vorbeugend sollte die Erde in Außenvolieren nach einem Befall ausgetauscht werden, gegebenenfalls sollte ein Betonboden gelegt werden, um Zwischenwirten Lebensraum zu entziehen. Die Voliere sollte mit einem Dampfstrahlreiniger gereinigt werden.

Der Kot der Sittiche in Außenvolieren sollte ein- bis zweimal pro Jahr auf Wurmeier untersucht werden.
Dies ist schonender für die Sittiche als eine vorbeugende Wurmkur.

Luftröhrenwurm
Syngamus trachea - auch roter Luftröhrenwurm, Rotwurm, Gabelwurm



Alle Sittiche, hauptsächlich in Außenvolieren.


Symptome:
Gähnen, Strecken des Halses, Atmen mit geöffnetem Schnabel, Schleudern des Kopfes, pfeifender Atem, Husten, Abmagerung, Schwäche, Blutarmut. Giftige Stoffwechselprodukte der Würmer können zudem zentralnervöse Störungen auslösen. Hochgradiger unbehandelter Befall hat den Tod durch Ersticken zu Folge.


Ursache:
Luftröhrenwurm (Syngamus trachea).
Das Männchen (ca. 2 - 4 mm) und das wesentlich größere Weibchen (7 - 20 mm) sind durch Dauerkopulation immer miteinander verbunden. Durch diese Verbindung erhalten sie das gabelförmige, Y-ähnliche Aussehen, das ihnen auch den Namen Gabelwurm gab.
Beide heften fest an der Luftröhrenschleimhaut, wo sie sich vom Blut des Sittichs ernähren. Hier werden auch die Eier abgesetzt, die dann hochgehustet oder mit dem Luftröhrenschleim in die Schnabelhöhle gelangen und dann direkt nach außen gelangen oder verschluckt werden. Mit dem Kot gelangen sie nach außen. Die Eier oder auch die bereits geschlüpften Larven werden direkt vom Vogel oder von sogenannten Stapelwirten (z. B. Regenwürmer und Schnecken) aufgenommen. Die Eier oder Larven gelangen also direkt durch das Fressen oder indirekt durch das Fressen der Stapelwirte in den Darm des Vogels. Von dort gelangen sie über die Darmwand durch die Lunge wieder in die Luftröhre.
Innerhalb weniger Tage sind sie zu geschlechtsreifen dauerkopulierenden Würmern herangewachsen.
Überträger sind latent infizierte Altvögel, die die Eier ausscheiden, Stapelwirte oder Wildvögel, deren Kot in die Voliere fällt.


Diagnose:

Bei kleinen Vögeln wird - wie bei Verdacht auf Luftsackmilben - der Hals angefeuchtet und gegen eine Lampe gehalten. Die Wümer werden als rote Schatten sichtbar. Bei größeren Vögeln Kropfabstrich oder Nachweis der Eier im Kot durch Kotprobe.


Therapie:
Betroffene Sittiche müssen zum vogelkundigen Tierarzt gebracht werden. Er kann Medikamente (z. B. Ivermectin) gegen Parasiten geben.
In Innenvolieren sind die Überträger meistens Neuzugänge. Hier gibt es ansonsten wenig Übertragungsmöglichkeiten. In Außenvolieren sollte der Volierenboden trocken gehalten werden, um potentielle Stapelwirte möglichst zu vermeiden.
Bei der Haltung in Außenvolieren empfiehlt sich eine halbjährliche Kotuntersuchung auf Würmer.