Trichomonaden, Geißeltierchen
Trichomonas gallinae


Alle Sittiche, besonders Wellen- und Nymphensittiche.


Symptome:
Graue abwischbare Beläge im Schnabel, manchmal auch in Kropf, Luft- und Speiseröhre, fauliger Geruch aus dem Schnabel, intensiv grüner Kot (Durchfall), Atemnot, Apathie, Schluckbeschwerden, Abmagerung, Erbrechen.
Unbehandelt führt Trichomonadenbefall zum Tod.


Ursache:
Trichomonas gallinae (Trichomonaden, Geißeltierchen), 5 - 18 µm lange birnenförmige Parasiten, die den Rachen und Kropf der Sittiche besiedeln. Sie dringen dort in das Gewebe ein, wodurch sich gelbliche Wucherungen bilden, die später oft auch im tieferliegenden Gewebe zu finden sind. Es können ganze Organe (z. B. Herz oder Leber) befallen sein.

Es kommt vor, dass die Parasiten in die Blutbahn einbrechen und sogenannte Trichomonadenabszesse in Leber, Herz, Nieren, Knochen und möglicherweise im Gehirn hervorrufen.

Sie vermehren sich durch Zweiteilung. Trichomonaden sind empfindlich gegen Austrocknung, Desinfektionsmittel und Wärme (über 50°C), bleiben in feuchter Umgebung (z. B. in Wassernäpfen und Badegefäßen) lange lebensfähig.

Vögel in Außenvolieren infizieren sich durch den Kontakt mit Wildvögeln. Altvögel können monatelang von diesen Parasiten befallen sein, ohne dass entsprechende Symptome sichtbar sind.
Trichomonaden werden auch durch das Füttern der Jungvögel oder Partnervögel oder indirekt über das Trinkwasser übertragen.
Diese Parasitenart kommt auch bei Wohnungshaltung vor. Hauptsächlich erkranken Jungvögel oder Vögel mit angeschlagenem Immunsystem. Vitamin-A-Mangel, schlechte Hygiene und Streß wirken sich negativ auf das Immunsystem aus und begünstigen die Vermehrung der Parasiten.


Diagnose:
Atemgeruch, Kropfabstrich, ggf. röntgen. Die Untersuchung des Kropfschleims sollte innerhalb kurzer Zeit erfolgen, da die Trichomonaden, die anhand ihrer typischen Bewegungen diagnostiziert werden, in ausgekühlten ausgetrockneten Abstrichen bald absterben. Innerhalb einer bestimmten Zeit lassen sie sich allerdings auch noch in ausgekühlten und ausgetrockneten Kropfabstrichen mittels einer Kochsalzlösung wieder reaktivieren. Der Befall der Organe kann nur verdachtsweise über röntgen diagnostiziert werden.


Therapie:
Bei Verdacht auf Trichomonaden muß der Sittich zu einem vogelkundigem Tierarzt gebracht werden, der entsprechende Medikamente gegen die Parasiten verabreicht. Diese werden direkt in den Schnabel eingegeben oder über das Trinkwasser verabreicht.

Auch nicht (sichtbar) infizierte Sittiche, die Kontakt zu den befallenen Sittichen hatten, sollten vorbeugend mitbehandelt werden.
Trink- und Badegefäße sollten desinfiziert und jeden Tag mindestens einmal mit einer Bürste gereinigt werden. Käfig und Käfigzubehör sollten gründlich mit kochendem Wasser gereinigt werden. Gegebenenfalls sollte die Hygiene verbessert und auf eine ausreichende Vitaminversorgung geachtet werden.